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Interview by Sam / Chaishop Music News 011 , January 2006; MP3 English
MP3 Interview ab Minute 20:20, Track "Allegro Unlimited" aus MCD "Let´s Mozart" ab Min. 41:30.

Interview by Rodrigo Ramos, Brasil November 2005; English

Interview by Bruna Armani, Trade Sound, Brasil Oktober 2005; English

Interview by DJ Matte, Italy Oktober 2005; English

Intervista a DJ Matte, Italia Oktober 2005; Italiano

Interview in www.raves.com.br , Brasil Oktober 2005; Portugisich;
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Französischer Text über das SSO; Français




Interview im Mushroom Magazin, Juni 1997 www.mushroom-online.com

Text: Mat Mushroom

Als normaler Erdenmensch hat man eigentlich weniger häufig mit esoterischen Strömungen zu tun. Um so verwunderlicher erscheint da dann auch die Aussage, man könne für jeden Planeten seinen ganz persönlichen Ton berechnen oder Horoskope vertonen.

Steve Schroyder und Jens Zygar haben, obwohl sie sich erst 1989 kennenlernten, lange Jahre die gleiche Passion gehabt. Jens als Gongexperte und Steve als Synthiepionier unter anderem bei einer so einflußreichen Elektronikband wie Tangerine Dream. Aber erst zusammen war es möglich, ein Projekt wie das Star Sounds Orchestra ins Leben zu rufen.

Pilz: Steve, habt Ihr damals bei Tangerine Dream Eure Synthesizer eigentlich selbst gebaut?

Steve: Den Bau habe ich eigentlich danach erst richtig verwirklicht.

Pilz: Wann war eigentlich Deine Zeit bei Tangerine Dream?

Steve: Das war so um 1970/1971. Die Gruppe bestand aber schon seit 1966 bis heute.

Pilz: Wieso warst Du nur so kurz da?

Steve: Die Qualität hat irgendwie nicht zusammengepaßt. Wir hatten zwar ziemlich viele Berührungspunkte, aber nimm jetzt beispielsweise mal den Edgar, der auch heute noch Kopf der Gruppe ist. Er war halt sehr bürgerlich, was halt ab und an zu Problemen geführt hat. Ich bin also eigentlich gegangen, weil ich anderseits schon weg war.

Pilz: Du warst also mehr der Freak unter den Leuten?

Steve: Ja, ich war halt total ausgeflippt, so wie Edgar mich in Interviews halt auch dargestellt hatte. Ich war dann auch mal weg, kam aber wieder und habe noch eine Platte mitgemacht und es nochmal versucht.

Pilz: Was machtet ihr für Sound?

Steve: Damals war es total experimentell elektronisch. Ich hab damals aber bereits bewegtere Sounds machen wollen, hatte mich damals auch dem Hard Rock ein bißchen verschrieben, während wir mit Tangerine Dream nur sphärische Experimentalelektronik betrieben haben. Die war aber von den Bewußtseinsinhalten der Bereiche in die wir gelangt sind geprägt, die halt sehr psychedelischer Natur waren.

Pilz: Du kommst, wie Du gesagt hast, aus dem Rock? Steve: Ja, ich war als Schüler Sänger in einer Rockband, hab dann aber später angefangen, auch Keyboards zu bauen. Nach der Tangerine Dream Phase habe ich dann sogar nochmal Orgelbau gelernt und mir Wissen über Instrumente angeeignet. Zwangsläufig; weil die Synthesizer zu der Zeit so teuer waren, habe ich angefangen gewisse Zusatzschaltungen selber zu bauen, beispielsweise einen Sequenzer.

Pilz: Machst Du das eigentlich heute noch?

Steve: Ja, ich habe meinen alten Sequenzer gerade midifähig gemacht.

Pilz: Warum hast Du Dir nicht einfach einen Neuen gekauft?

Steve: Die Tonansteuerung ist dadurch individueller. Das kannst Du mit den neuen Geräten so nicht verwirklichen. Ich habe andere Möglichkeiten, beispielsweise die Tonlänge anders zu bestimmen oder einfach von der Art, die Patterns abzurufen. Ich kenne halt kein Gerät, mit dem man so arbeiten kann wie mit meinem. Ich hatte Keyboarder auch eigentlich immer gehaßt, weil sie halt nicht wissen, wie ihr Sound entsteht, sondern sie wirklich nur ein Werkzeug benutzen, während ich halt noch kreativ eingreifen kann.

Pilz: Wann habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Steve: Wir haben uns dadurch, daß wir uns viel über die Wirkung der Töne auseinandersetzten, kennengelernt. Wir sind jahrelang in der Esoterik-Szene herumgekreuzt, es gab eigentlich keine Veranstaltung, die wir musikalisch nicht irgendwie betreut haben. Wir waren zum Beispiel mal auf einem Ufo-Kongress, wo sich die Leute sicher waren, daß durch unsere Musik Ufos angelockt werden. Das ganze war auch Open Air und die Leute haben wirklich nur nach oben geschaut und darauf gewartet, daß eines erscheint. Das war aber irgendwie nicht der Fall... Vor zwei Jahren hat sich das dann aber geändert. Wir wollten in einen anderen Bereich hinein gehen und dachten dann halt an England, weil dort anders mit psychedelischen Sachen umgegangen wird. Wir sind auch über London voll in diese Szene reingerutscht, haben uns dann mit den Sounds und den verschiedenen Stilelementen beschäftigt.

Pilz: War das komplett anders als das, was ihr vorher gemacht habt?

Jens: Vorher haben wir so etwas in der Form überhaupt nicht gemacht.

Pilz: Habt Ihr euch sozusagen kompatibel zur Szene entwickelt?

Jens: Das war ein reiner Zufall. Wir haben uns eigentlich immer darüber lustig gemacht. Wir haben uns gedacht, die anderen Sachen wären immer sehr subtil und dieses Einstampfen ist völlig absurd.

Pilz: Zu oberflächlich?

Jens: Nicht oberflächlich, sondern einfach so primitiv... ...keine musikalischen Strukturen, keine Melodien... ...ich erzähle mehr, was wir am Anfang gedacht haben. Und da haben wir aus Spaß gesagt, okay, wir stampfen auch mal irgendwas. Wir hatten ein paar Sachen gehabt und aus Quatsch nur für uns gemacht. Irgendwann spielten wir in London im Barclays Warehouse. Normal haben wir immer im Chill Out das Set Up gespielt. In dieser Nacht mußten wir jedoch um drei Uhr in der Main Hall nach Test Department ´ran; das sind so "Einstürzende Neubauten goes Techno", eine brettharte Knüppelgruppe mit einem ganzen LKW voll Schrottmaterial. Die brettern irre los und die Leute flippen dazu völlig ab. Danach kamen wir dann auf die Bühne und nach den ersten paar Takten war klar, daß mit Ambient überhaupt nichts geht. Das konnte nur schlimm enden. Da haben wir dann das, was wir ursprünglich für uns als Gag ausgedacht hatten, einfach auf der Bühne gespielt und damit das Konzert gestaltet. Das ging irre ab. Dieser Auftritt hat uns dann auch den entscheidenden Kick gegeben. In Deutschland findest du wirklich Leute, die sich bestenfalls deine Geschichte anhören wollen, aber hier auf der Party sollten sie schon spontan ihre Zustimmung zum Ausdruck bringen. In England passiert das auf eine andere Art. Die Leute sind viel begeisterter, drücken es aus. Es kam mir so vor, als gäbe es kein Schubkastensystem, daß alles übergreifend ist. Das ganze Musikverständnis, speziell das Empfinden auf den Konzerten ist anders. Wie der Gong-Sound aufgenommen wurde, das hat uns äußerst überrascht und positiv beeinflußt. Es ist relativ schwierig, das ganze als Live-Set auf die Bühne zu bringen. Du kannst nicht einfach das Programm abspielen oder ein DAT einlegen, sondern du mußt den Sound wirklich aufbauen, das heißt, überall auf der Bühne muß das, was klingen soll, präsent sein, was technisch doch ein bißchen aufwendiger ist. Und da gibt es immer Schwierigkeiten, wenn z.B. der Gong nicht richtig abgenommen wurde, oder die Monitorverteilung nicht richtig hinhaut.

Pilz: Was ist jetzt live? Ihr habt Sequenzer, sind da verschiedene Pattern, die ihr dann abruft?

Steve: Der Memory Moog ist so meine Lieblingskiste und wird viel live gefahren. Der kriegt Trigger vom Sequenzer und wird dann über die Tastatur gesteuert. Man kann die Auswahl der Pattern gestalten, so klingt auch jedes Konzert anders. Auf der CD bemüht man sich dagegen, eine ultimative Essenz darzustellen, live hat es hingegen eine andere Spannung, einzelne Bögen auszudehnen.

Pilz: Was haben die Gongs speziell in eurem Live Set für eine Bedeutung, was sollen sie ausdrücken?

Jens: Die Gongs versetzen einfach die Luft in Schwingung, bringen den Raum zwischen den Tönen in Bewegung, machen ihn spürbar. Die Gongs bieten die Möglichkeit, eine ganz besondere Dynamik zu gestalten, die, soweit ich weiß, von keinem anderen Instrument so gestaltet werden kann. Man kann also die Klangdynamik sehr beeinflussen.

Pilz: Du beschäftigst dich ja schon sehr lange mit Tönen; gibt es da ein gewisses Schema?

Jens: Das Gongsystem ist für mich ein großes Bassinstrument und zu bestimmten Stücken passen vorzugsweise bestimmte Gongs und sie tauchen dann praktisch gehäuft als Layer auf. Jedes Stück hat bestimmte dynamische Zentren, wo es zu bestimmten Akkumulationen kommt, wo man dann versucht, im Verlaufe eines Stückes Klangfelder aufzubauen und den Stücken zusätzliches Leben zu geben.

Pilz: Habt ihr deshalb auf die CD auch die Hertz-Zahlen geschrieben...

Jens: Nicht nur die Gongs, sondern auch die Keyboards sind grundgestimmt und diese Frequenzen geben Auskunft darüber, welche Planeten des Sonnensystems mit dem Stück in Resonanz stehen. Es ist das erste Mal, daß wir verzichten, dazu umfangreich Stellung zu nehmen, denn wenn du die "Live in London" siehst, dann wirst du ein ganzes Heft finden, wo das alles noch etwas umfangreicher dargestellt ist.

Auf der CD siehst du z.B. Earth Day und 194,2 Hz. Das ist genau die Frequenz, die dem Tageston des Planeten Erde entspricht. Und die Frequenz des Tagestons ergibt sich aus der Umdrehung der Erde um sich selbst.

Dabei sind zwei Dinge wichtig:

Hertz heißt ja Schwingungen pro Sekunde, die andere Geschichte ist, eine Oktave zu kennen. Eine Oktave ist der achte auf einen anderen folgenden Ton, also zum Beispiel C und C. Es ist immer die gleiche Tonqualität. Ob du jetzt eine untere Oktave hast oder fünf darüber, es ist immer ein C. Eine Okatve entspricht immer einer Frequenzverdopplung. Und diese Erdschwingung, eine Umdrehung pro Tag, kannst du als solche Schwingung betrachten. Das rechnest du um in wie oft pro Sekunde und dann kommst du auf 0,000..usw. Das kannst du dann oktavieren, daß heißt, du verdoppelst es und kommst irgendwann auf einen hörbaren Bereich. 194,2 Hz ist also sowohl in der doppelten wie auch in der halben Frequenz spielbar.

Bei einer Oktave ist eben das Resonanzphänomen sehr wichtig. 91 BPM sind dann die Entsprechung im rhythmischen Bereich. Wenn du immer weiter runteroktavierst kommst du in den Bereich, das sind dann eben 91 Schwingungen pro Minute. Der Hintergrund ist der, daß es die Menschen eigentlich seit Urzeiten beschäftigt. Der Klang der Sterne, der Himmelskörper, daß man sich einfach vorstellt, daß das Universum einen gewissen Klang hat, das es kein zufälliges Herumtreiben von irgendwelchen Planeten ist, sondern das ganze schwingt in einem bestimmten Rhythmus, in einer ganz bestimmten Art und Weise. Das kann man eben berechnen, man nennt das Sphärenharmonik und das ist eine Betrachtung dieser mathematischen Art und Weise, wie sich das zueinander verhält. Das kann man mit Musik umsetzen, insofern ist diese Musik eine Verbindung aus astronomischer Wissenschaft und künstlerischer Darstellung. Der esoterische Bereich beschäftigt sich eben mit sehr theoretischen Konzepten und diesen ganzen Zusammenhängen.

Der Höhepunkt war eigentlich diese SAT 1 Geschichte "Phantastische Phänomene", diese Fernsehshow, in der versucht wurde, Phänomene experimentell nachzuweisen und sie kamen dann darauf, daß diese Experimente sehr viel besser funktionieren, wenn wir die Musik dazu machen, als wenn wir es nicht tun würden. Das kommt daher, daß die ganzen Themen, ob das nun Jenseitskontakte sind, Telekinese oder Telepathie, wir uns das konzeptionell zurechtgelegt haben, gesagt haben, jede Frequenz entspricht auch einer gewissen Funktionsart und wenn wir die Experimente von vornherein mit gewissen Frequenzen belegen, muß das die richtige Atmosphäre sein.

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